Sevilla – Day 3

Heute wollten wir extra früh aufstehen, um bei Frühstück Ruhe und Platzwahl zu haben. Satz mit D? – Denkste! Der Wecker hat zwar pflichtbewusst geklingelt und wie sind auch brav wach geworden, aber aufgestanden sind wir dann doch recht spät. Zu spät. Mit einer japanischen Reisegruppe waren leider die besten Plätze beim Frühstück schon belegt. Morgen nächster Versuch.

Dafür sind wir etwas früher losgekommen. Ich fand die Temperaturen heute auch irgendwie erträglicher als gestern – aber wahrscheinlich lag das daran, dass wir nicht in der größten Mittagshitze über die Plaza de España gerannt sind. Wir waren aber wieder ganz in der Nähe: ab durch den Prado Maria Luise und in zwei kleine Museen. Das erste ist dem Alltag in Sevilla und Umgebung von “damals” gewidmet. Die Werkstätten waren jetzt nicht so der Renner, irgendwie sieht eine spanische Schmiede halt wie eine deutsche aus. Und leider war das Obergeschoss mit den lokalen Trachten gesperrt. Mich hätte das ja schon sehr interessiert.

Danach waren wir im Archäologischen Museum. Auch da war – zumindest bis um 16Uhr – das Untergeschoss gesperrt. Da wir nicht so lange bleiben wollten, haben wir die Prähistorischen Funde nicht gesehen. Dafür gab es römische Funde, bis einem der Mamor und die Mosaike zu den Ohren wieder rauskamen. Und Kunstgeschichte und Kunstunterricht für den Lieblingsmann. Manchmal muss sich der Leistungskurs doch noch lohnen. Das soll jetzt aber nicht heißen, dass ich das langweilig fand. Sie haben hier nämlich ein paar wirklich schöne Stücke: insbesondere eine Statue der Diana und wunderschöne Bodenmosaike, zum Beispiel von Bacchus. Hervorheben muss man an dieser Stelle auch den “Richtspruch des Paris”, weil das schon fast comichaft ist.

Kurzer Einschub, für alle die das Problem nicht kennen: drei Göttinnen streiten sich um einen goldenen Apfel und bestimmen den jungen Paris zum Richter darüber, wer denn die schönste sei. Und damit nicht schlimm genug, verspricht ihm jede irgendwas als Preis, wenn er sie wählt. Aphrodite verspricht ihm die schönste Frau der Welt. Wie jeder junge testosterongesteuerte Mann schlägt Paris zu und bekommt Helena – und einen zehnjährigen Krieg. Ähem – ok, nicht ganz ernst nehmen.

In dem Mosaik sind auf jeden Fall Hera und Athena von Kinn bis Fuß verhüllt. Nur nicht Aphrodite. Die hat ihren Rock an den Knien hängen und hebt ihr Oberteil, damit man nun auch wirklich alles sehen kann. Und Paris sitzt ihr gegenüber mit Augen, so groß wie Suppenteller.

Damit war der Tag erst halb rum und wir brauchten dringend noch was besseres zu tun als bei 35° draußen einzukochen. Also sind wir kurzentschlossen noch in den Real Alcazar gegangen. Das ist der alte Königspalast in Sevilla, der in Teilen noch von der königlichen Familie bewohnt wird, wenn sie in Sevilla ist. Wir hatten ein Reisewiki online gefunden – und das sagte mindestens zwei Stunden einplanen. Blick auf die Uhr – check 14:00 ists, bis 19:00 ist offen. Wunderbar. Leider nicht ganz. Der Palast ist einfach grandios. Im gemischt arabisch-christlichen Stil gestaltet. Über und über mit Fliesen und Stuck und Zeugs und sowieso dekoriert und riesig. Ganz zu schweigen von dem riiiesen Garten! Beim nächsten Mal machen wir da einen Tagesausflug hin. Gefühlt wurde es gegen Ende doch zeitlich ein bisschen knapp. Naja, und ich hatte den Fotoapparat, und es gab soviel zu fotographieren und im Garten gab es Pfauen: Papapfau und Mamapfau und Minipfaus 😀

Heute gibts auch keine Tapas mehr. Die Füße meutern und liegen auf weichem Kissen 😉

Ich habe mich auch schon ein klein bisschen in Sevilla verguckt: zumindest im Prado Maria Luise könnte ich ewig bleiben. Der ist irgendwie total schön.
Eine weitere Sache, die mir jetzt schon zu den Ohren rauskommt: bemalte Keramik. Das gibts hier überall. Überall im Alltag, in Ausstellungen und so weiter und sofort. Auch der ganze Real Alcazar ist voll davon. Die Fliesen waren hier definitiv mal Fußbodenbelag und Wandverkleidung Nummer 1. Es sieht auch echt toll aus. Aber noch eine Ausstellung, die die Fliese im Wandel der Epochen zeigt, möchte ich erstmal nicht mehr sehen.

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