Sevilla – Day 5

Ein flüchtiger Blick auf unsere gesammelten Eintrittskarten und freudig macht sich Erkenntnis breit: wir haben ja noch freien Eintritt zu einem Museum und einer Kirche erhalten! Kann man dann ja mal machen. Und soweit liegt das auch gar nicht auseinander. Überhaupt liegen viele Sachen nur auf der Karte weit auseinander.

Also sind wir losgezogen: zunächst ins Antiquarium. Beim ersten Lesen dachte ich, es handelte sich um ein Aquarium und wunderte mich sehr, da der Eintritt in Aquarien doch eher recht teuer ist – und außerdem hat das mit dem Alcazar mal gar nichts zu tun. Hat es auch nicht! Das Antiquarium ist ein Augrabungsmuseum im Keller einer Markthalle. Diese Markthalle, das Metropol Parasol, am Plaza de Encarnación wird als größte freistehende Holzkonstruktion der Welt bezeichnet – aber es sieht wirklich nicht nach Holz aus. Die Sevillanos bezeichnen die Markthalle als Pilz – was ich total witzig und passend finde.

Beim Bau dieser Markthalle wurden etliche römische Häuser und Produktionsstätten gefunden. Diese Funde wurden an Ort und Stelle in ein Museum umgewandelt. Sehr schön gemacht ist hier die Dokumentation des ganzen. Informationen zu einzelnen Objekten gibt es an Touchscreens als Präsentationen in drei Sprachen: Englisch, Spanisch und Italienisch. Die meisten Präsentationen wurden sehr schön gemacht und enthielten viele Informationen. Auch hier gab es wieder wunderschöne Mosaike zu sehen. Einzelne Mosaike, die auf Grund der Markthalle nicht an Ort und Stelle belassen werden konnten, wurden herauspräpariert und einzeln präsentiert. Sehr nett war auch die Präsentation zu einem Stück Abflusskanal: auch dieser musste wegen der Fundamente ein Stück weit transportiert werden: was macht man nur ohne Bauschaum!

Danach versuchten wir die Casa de la Lebrija zu finden, da in diesem Palast mehr Mosaike als in Italica oder den Museen in Sevilla zu sehen seien. Leider haben wir sie nicht gefunden. Also schlenderten wir durch die Einkaufsstraßen bis zum Rathaus um den weiteren Tag zu planen. Das Rathaus ist zwar auch irgendwie ein Barockbau, aber ich fand es nicht so eindrucksvoll. Außerdem wurden wir auf dem heißen Pflaster mal wieder gekocht – wir wollten dann doch lieber irgendwas im Inneren erkunden. Ein Blick auf die Karte und nur ein paar Schritte weiter fanden wir die Kirche San Salvador.

Auch für die Kirche hatten wir freien Eintritt – also nix wie rein, die nächste Stunde oder zwei überbrücken. Da wir bereits im Alcazar und in der Kathedrale so gute Erfahrungen mit den Audioguides gemacht hatten, haben wir uns auch hier einen mitgenommen. Der war zwar stellenweise nur Captain Obvious, aber dennoch recht gut. Und zwei Stunden? Vier! Die Kirche ist der absolute Hammer. Ein Traum in spanischem Barock und noch ziemlich frisch restauriert. Wirklich wunderschön! Die Tour mit dem Audioguide soll angeblich eine Stunde dauern. Aber wir haben wirklich viel viel länger gebraucht. Ich kann jedem nur empfehlen, sich diese Kirche anzusehen. Ein kleiner Wermutstropfen: Weihrauch. Viel Weihrauch. Ich glaube mein Tshirt von dem Tag riecht immer noch danach 😀

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