Sevilla – Day 6

Heute: die Alhambra! Die ist natürlich nicht in Sevilla sondern in Granada – und genau da ging es hin. Wir waren ein bisschen unschlüssig, wie wir das am besten machen und haben ein Komplettpaket gebucht: morgens hin, Führung, Zeit zur freien Verfügung und abends zurück. Fazit: das lohnt sich so nicht. Also die Alhambra schon, aber das Paket eben nicht. Sollten wir nochmal nach Sevilla fahren und die Alhambra ein zweites mal sehen wollen, dann werden wir eine Nacht oder zwei in Granada verbringen und dann einfach Tagestickets kaufen.

Morgens um 6 hat uns der Bus vom Hotel abgeholt. Noch vor dem Frühstück. Aber da wir ja Frühstück gebucht haben, sollten wir auch welches haben und das Hotel hat uns eine klitzekleine Auswahl an der Bar hingestellt. Ich fand den Service prima. Die Busfahrt war zu Beginn abenteuerlich: die Frontscheibe des Busses wurde von mehreren Rissen durchzogen und mein Lieblingsmann meinte, der Busfahrer rieche nach Alkohol. Glücklicherweise stiegen wir nochmal in einen anderen Bus um. Die Fahrt selber war langweilig. Und die Landschaft auch. Spanien ist der weltweit größte Exporteur von Olivenöl und 65% davon kommen aus derm Süden Spaniens und da sind wir durchgefahren: Olivenplantagen auf dem trockenen Land soweit das Auge reicht. Lauter kleine buschartig Bäumchen in blassem Grün. Soooooo langweilig.

Die Führung duchr die Alhambra begann in den Gärten des Festungskomplexes, dem Generalife. Schon die muslimischen Herrscher legten hier große schöne Gärten an, meist Gemüsegärten, aber davon ist eigentlich nichts mehr geblieben. Die Alhambra war lang Zeit vergessen und in Privatbesitz und bevor sie der spanische Staat als Nationales Kulturdenkmal aquiriert hat, ist sie lange Jahre verfallen. Die Gärten wurden daher neu angelegt und man hat versucht die Elemente der arabischen Gärten wieder herauszuarbeiten. Es finden sich also viele Brunnen, Wasserläufe, Blumen, Früchte und Kräuter zwischen hohen Hecken. Obwohl nicht original – sehr schön. Insbesondere, wenn man versucht ein bisschen vom großen Touripulk wegzukommen.

In den Gärten befindet sich ein kleiner Sommerpalast, der noch in Teilen im Original erhalten ist. Der Palast wurde von der königlichen Familie im Sommer genutzt, um sich zu entspannen. Da der Palast keiner Mauer oder andere Befestigung hat, hat der Kalif nie die Nacht in ihm verbracht, obgleich es von der Familie selbst überliefert ist. Der Kalif ist jede Nacht zurück in die Festung und in den Hauptpalast. Der Sommerpalast wurde, wie so viele Gebäude, mehrfach umgebaut, aber man kann immer noch viele Teile der arabischen Baukunst finden.

Danach wurde die Führung ziemlich stressig. Schnell ging es hinüber in die Festung und zu den Palästen. Napolen war hier, und als die Franzosen abzogen, wollten sie die Alhambra sprengen. Was wollten die bei ihrem Abzug eigentlich damals nicht sprengen? Auf jeden Fall haben einige spanische Soldaten die Zündschnüre gekappt und nur die Hälfte der Sprengladungen ging hoch – aber das hat auch schon gereicht. Als nächstes ging es in die hauptpaläste, die Palacios Nazaries.

Diese Paläste sind wirklich wirklich wirklich wunderschön. Der Thronsaal und die Privatgemächer sind wunderschön mit Stuck geschmückt. Die Wände sind mit Kaligraphien und Blumenmustern überzogen. Die Decken stellen den Himmel dar. Teilweise sind die Decken auch als Tropfsteindecken gestaltet. An vielen Stellen ist der Stuck einfach nur noch weiß. Aber hin und wieder haben sich Farbreste erhalten oder wurden im Rahmen langjähriger Restaurationsarbeiten wieder hergestellt. Insbesondere das Blau, das die Künstler vor vielen Jahrhunderten verwendeten, ist echt hartnäckig und laut unserer Führerin an vielen Stellen noch original.

Wir hatten hier im übrigen Glück: große Teile des Hauptpalastes wurden bis vor einigen Wochen noch restauriert und waren für die Öffentlichkeit gesperrt. Auch die berühmten Löwen waren für fünf Jahre nicht an ihrem Platz. Aber jetzt sind sie wieder da und wir konnten fast alles sehen. Der Löwenhof ist jetzt komplett mit hellem Stein ausgelegt. Ich wäre ja für etwas anderes, weil das Sonnenlicht einen echt blendet.

Teile des Palastes, insbesondere Decken, wurden von den katholischen Königen von Spanien umgestaltet. Glücklicherweise schätzen sie aber auch die arabische Baukunst, so dass sie den Wandschmuck nicht zerstören ließen. Obwohl in sehr vielen Kaligraphien Allahs größe gelobt wird. Das Ende der Führung war leider sehr gehetzt. Unsere Führerin musste wohl dringend um 13:30 fertig sein. Leider. Dadurch machte das Ganze dann auch nicht mehr so richtig Spass.

Mein Lieblingsmann und ich verbrachten die restliche Zeit in den Gärten um die Paläste und fanden einige richtig nette Ecken. Als uns der Reiseleiter dann am Bus wieder entdeckte fiel ihm wahrscheinlich ein Stein vom Herzen. Wir waren nämlich nicht mit der Gruppe in die Stadt gefahren. Sicherlich gibt es in Granada nette Ecken, aber in knapp zwei Studen sind diese dann doch eher nicht zu entdecken und auf nen Sonntag sind auch alle Läden zu. Also sind wir einfach in der Alhambra geblieben.

Zum Glück schätzten auch die

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