KzH – Dokumentationen sind auch nicht mehr was sie mal waren

Ich bin krank – und was macht man schönes, wenn man alles gemacht hat, was man so machen kann und auch arbeiten oder sowas in der Art absolut nicht drin ist? Rischtisch – man macht den Fernseher an. Und da ich nunmal absolut nichts mit Nachmittagsfernsehen im Privatfernsehen anfangen kann, freue ich mich über die Dokumentationen, die Phoenix heute sendet. Thementag vor Weihnachten – perfekt fürs krank sein.

Aber einige Sachen fallen mir heute irgendwie negativ auf:

Musik in Dokumentationen

Bisher ist mir nie aufgefallen wie massiv mit der Musik in Dokumentationen versucht wird Gut und Böse zu trennen. Beispiel eine Doku über Tierschmuggel. Natürlich ist fragwürdig, ob Hinz, Kunz unt Petra wirklich den neusten, seltensten Pfeilgiftfrosch haben müssen ( meine Antwort: sicher nicht) – aber wie in diesem Beitrag jeder, aber wirklich jeder, der mit Tieren handelt, allein durch die Musik als böse gebrandtmarkt wird, finde ich schon abartig. Ganz zu schweigen von der Moderation.

Pro Anima – Arme, arme Pferde

Ich habe nur das Ende gesehen – aber ich finde es immer noch faszinierend, dass es offensichtlich ganz ganz ganz böse ist, Pferde für den Schlachter zu züchten. Pöse! Kann man ja nicht machen. Aber mit Kühen macht man das auch. Und wenn in einem Kulturkreis Pferd auf dem Speiseplan stehn (und sei er uns auch ganz nah, wie z.B. Italien, wo angeblich besonders viele der gezeigten Pferde im Schlachthaus enden), dann finde ich das auch ok. Wem’s schmeckt, der soll es ruhig Essen. Aber bei Pferden ist das was anderes.

Ich finde es aber auch sehr arschig, wenn Pferde nach einem Arbeitsleben einfach auf dem Schlachthof enden sollen, finde ich das von den Besitzern auch ganz schön arschig!

Hannes Jaenicke: Einsatz für Eisbären

Also ich frage mich bei dieser Dokumentation ja wirklich was das soll. Derartig reißerische Produktionen erwarte ich eher vom Disney Channel denn vom ZDF. Sicher werde viele Dinge angesprochen die richtig sind und die dringend Mal beim Namen genannt werden müssen. Es ist sicher auch  nicht verkehrt “Knut” oder einen anderen Zooeisbären zu zeigen, der Herrn Jaenicke zurückwinkt. Aber ich persönlich finde es wirklich abartig das zu kommentieren mit “ein normaler Eisbär winkt nicht zurück, ein normaler Eisbär stirbt aus”.  Leute, DAFUQ?! Als ob der Eisbär in der Arktis sitzt ja nicht gerade da und wartet brav auf das Ende seiner Art. Sicherlich ist zum Beispiel der Bärenknast in Churchill, Kanada, irgendwie Kacke und der Eisbärtourismus und das Anlocken von Eisbären mit Robbenfett für coole Fotos ist auch ziemlich pervers – aber so reißerische wie die Darstellung ist, frage ich mich ernsthaft, ob da nicht irgendwas gefaked wurde. Um dem heiligen Zweck des Tierschutz zu dienen, und dann heiligt der Zweck vielleicht ja alle Mittel. Und jetzt (kurz nach 7) warte ich nur noch auf die Weltverschwörungstheorien zur Ausrottung des Eisbären.

7:04 – Alle Jagdanbieter wollen kein Interview geben. Ich würde das auch nicht, wenn ich zum Beispiel Herr Jaenickes Einsatz für Orang Utans gesehen hätte und das genauso reißerisch war. Eigentlich stellt sich doch keiner vor die Kamera, um sich dort dissen zu lassen. Aber auf einer Messe erwischt man dann entsprechende Opfer.

7:11 – Juhuu – der Moralapostel darf ran. Die Bösen sind natürlich alle, die Energie verbrauchen und – Pathos pur: es geht um unser zu Hause! Hach hach hach. Bla.

Ich möchte an dieser Stelle nicht behaupten, dass alles zum Thema Artenschutz total toll und super ist – aber so eine Dokumentation ist ja sicherlich nicht sonderlich zweckdienlich. Es gibt die Guten (“Eisbären”) und die Bösen (“alle anderen, die dem Eisbären nicht was auch immer zu gestehen wollen”). Aber so wie in dieser Dokumentation dargestellt, kann man nur zu den Guten gehören, wenn man in keinster Art und Weise dem Eisbären Nahe kommt, in seinem Verbreitungsgebiet siedelt oder was auch immer tut. Am besten bewegt man sich wohl nicht mehr aus der Haustür. Es gibt vieles Richtiges, aber die Darstellung – ich könnte mein Essen für eine Begutachtung auf dem kurzen Wege zur Verfügung stellen.

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